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9Jun/09Off

Liebes Microsoft: Der Eingang ins Internet ist der Browser

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gerade hat Microsoft eine neue Suchmaschine an den Start gemacht. Mit Bing und einer millionenschweren Marketingkampagne will man in den nächsten Jahren etwas Boden gut machen gegenüber dem großen Internetdominator Google. Ob Bling da jedoch der richtige Move ist, möchte ich bezweifeln. Zumal fast zeitgleich Google mit seiner Google Wave die weitaus innovativere Software angekündigt hat.

Ich verstehe Microsoft nicht. Sie haben Geld ohne Ende. Sie dominieren noch immer den Bereich PC-Software und sind noch immer führend bei den Online-Browsern:

(Quelle: Statista)

Aber Microsoft macht viel zu wenig aus diesem enormen Kapital. Microsoft ist ganz offensichtlich zu schwerfällig geworden über die Jahre. Es fehlt die Dynamik und Innovationskraft, die eine Firma wie Google oder auch Twitter, Facebook, Aviary und andere auszeichnet. Google ist es gelungen eine Firmen-DNA aufzubauen, die Freiraum lässt für neue Ideen, fürs Austesten von Innovationen, für Experimente, für Spaß beim Forschen und Entdecken. Herausgekommen sind Produkte wie Google Maps, Google Trends, Google Docs, Gmail und nun Google Wave. Die Hierarchien und die Struktur innerhalb der Firma Google passen perfekt. Bei Microsoft scheint dies anders zu sein. Zu viele Hierarchien? Zu wenig Freiraum zum Denken? Und dadurch zu wenig wirklich gute Leute? Weil diese lieber zu Google gehen, weil sie sich dort besser entfalten können? Ich weiß es nicht und kann nur vermuten. Selbstverständlich gibt es auch bei Microsoft viele verdammt gute Entwickler und intelligente Köpfe. Das steht außer Frage.

Microsoft könnte auch in der Zukunft DER Player auf jedem Rechner sein. Nicht im Bereich Suche. Auch nicht im Bereich Social Networks. Ich schüttel nur den Kopf, wenn ich von den zahlreichen erfolglosen Kaufversuchen von Yahoo! & Co. lese. (Wobei es strategisch ausnahmsweise sehr clever war eine Partnerschaft mit Facebook einzugehen. Egal wie teuer sie war. Das macht Sinn.)

Die Frage die ich mir stelle lautet: Wie gelangen die meisten Menschen ins Internet? Was ist ihr Tor dorthin? Klar: man braucht einen Provider. Und dann? Es ist der Browser! Er ist unser Tor, unsere wichtigste Software wenn wir ins Netz wollen. Und genau hier sollte Microsoft seine ganze Kraft einsetzen und innovativ, mutig in die Zukunft denken. Nicht umsonst hat Google mit dem Chrome mittlerweile auch einen eigenen Browser auf den Markt gebracht.

Viele denken "Der Browser ist doch einfach nur ne Software die funktionieren muss." Geld ließe sich damit kaum verdienen. Falsch. Apple macht vor wie es geht. Applications sind die kleinen Zaubertools, die Geld in die Kassen von Apple und der Entwickler der Apps spülen. Mit den Apps fürs iPhone wird Geld verdient! Micropayment funktioniert. Wie Ebay ja bereits vor zehn Jahren bewiesen hat. Auch Xing oder Stayfriends zeigen, dass man mit Micropayment durchaus ein erfolgreiches Geschäftsmodell aufbauen kann. Es muss nur eine adäquate Gegenleistung dafür geben. Dann sind die Menschen auch bereit Geld herauszurücken.

Warum gibt es noch keine kaufbaren Apps für meinen Browser? Warum setzt Microsoft nicht auf einen App-Store für den Internet Explorer? Warum wird nicht der Browser der Zukunft gesucht, der offen ist für die Anbindung von Apps, die sich die Leute selbst aussuchen und kaufen können? Damit würde man ihnen die Möglichkeit geben den Browser zu mehr zu machen wie nur zu einer kostenlosen, funktionierenden Software. Der Browser würde Mehrwerte bieten, die viele gern in Anspruch nehmen. Mit dem iPhone wird auch nicht nur telefoniert und gesurft. Die Leute sind süchtig nach Apps, nach kleinen, hilfreichen Zusatztools. Die können online, aber zum Teil auch offline funktionieren. Gleiches wäre für den Internet Explorer vorstellbar.

Wie genau ein solcher Browser aussehen kann, das sollte man einfach mal die Nutzer dort draußen fragen. Man würde garantiert viele gute Antworten erhalten. Crowdsourcing nennt sich dieses Prinzip! Nokia hat zum Beispiel vorgemacht, wie innovativ die Menschen dort draußen sind, wenn es zum Beispiel darum geht Ideen für neue Handys zu finden.

Warum fragen wir nicht einfach die Internetnutzer, wie sie sich den Browser der Zukunft vorstellen?! Fehlt nur noch ein Sponsor für einen solchen Browser-der-Zukunft-Contest. Microsoft, Adobe, Create or die - bitte melden! Das wäre zu 100% eine spannende Aktion, die allen Seiten Spaß und ganz sicher viele neue, gute Ideen bringt.

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Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. Ich denke ebenfalls, dass Microsoft seine Energie und Innovativität in die Bereiche lenkt in denen sie bereits Marktführer sind, statt alle Nischen gleichzeitig bedienen zu wollen. Wenn Microsoft den Internet Explorer auf Vordermann bringt und ein paar Änderungen vornimmt, wird die Reaktion darauf selbst von bisherigen Firefox usern sicher gewaltig.

  2. Microsoft dürfte es künftig noch deutlich schwerer haben. Google hat nach seinem eigenen Browser nun auch einen eigenes Betriebssystem angekündigt, für das Apps angeboten werden können. Ob es je einen App Store für ein OS geben wird: fraglich. Potenzial: jede Menge.

  3. Google OS!? Jetzt kann das Motto für Microsoft nur noch lauten: Sofort in die Puschen kommen! Gute Analyse!


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