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8Jan/10Off

Harald Schmidt, Twitter und warum das Internet großartig ist

Autor des Artikels: Matias Roskos

Gestern abend wollte ich vor dem Einschlafen noch die Harald Schmidt Show auf der ARD schauen. Plötzlich stand da "Die Harald Schmidt Show entfällt" und es kam ein Gruselfilm. Soso. Keine weitere Erklärung. Einfach nur "Die Harald Schmidt Show entfällt".

"War Harald Schmidt abgesetzt worden?" fragte ich mich. Auch im Videotext gab es keine Antwort. "Dämliches Fernsehen." dachte ich. Wie unzeitgemäß das TV doch mittlerweile ist. Da ich ein von Natur aus ein neugieriger Mensch bin, ging ich übers iPhone ins Internet und suchte auf Twitter. Und schwupps, hatte ich die Antwort. Es gab einen Todesfall in der Familie Schmidt. Das tat mir sehr Leid! Und ich hatte vollstes Verständnis.

Innerhalb von 30 Sekunden hatte mir das Internet die Antwort geliefert, die das TV mir vorenthalten hatte! Neues Medium versus altes Medium. Ich spürte wieder einmal ganz deutlich, wie unpassend das Fernsehen für die Anforderungen der jetzigen Zeit geworden ist. Faszinierend. Dabei gäbe es doch Lösungen! Warum kann ich nicht über einen einfachen Knopfdruck auf dem TV ein Internet-Menü aufrufen und mich darüber in mein Facebook-Profil, meinen Email-Account, die Twittersuche, Googlesuche, Flickr, Youtube usw. einloggen?

Warum geht das nicht im Jahr 2010?! Ich verstehe es nicht. Und ich schaue - wie so viele andere mittlerweile auch - immer weniger Fernsehen. Weil mir das Internet ein viel zeitgemäßeres Programm zu bieten hat. Video on demand, Echtzeitsuche via Twitter, Google, Facebook oder Wikipedia, wo mir in kürzester Zeit fast alle Fragen beantwortet werden. Dazu wunderbare Bilderwelten, soziale Kontakte zu Freunden und Geschäftspartnern überall in Deutschland und der Welt. Und so vieles mehr, was mir das Fernsehen nicht bieten kann...

Übrigens, auf der Webseite der Harald Schmidt Show steht heute noch, am 7. Januar 2010, Folgendes:

Harald Schmidt blickt wieder auf die Ereignisse der Woche zurück. In seiner letzten Show vor Weihnachten begrüßte er als Gast den Schauspieler Gert Voss.
[Zur Show vom 17. Dezember]

Ich fass es nicht...

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (4) Trackbacks (1)
  1. GENAU so ging es mir gestern auch!! Danke für’s Posten!

  2. vielleicht… aber nur VIELLEICHT, hat Harald Schmidt auch kein Interesse daran, sein Privatleben im Videotext und auf seiner Website breitzutreten. Ganz schön unzeitgemäß, so eine Privatsphäre…

  3. @JW
    Durchaus richtig! Aber: es geht NICHT um das „Breittreten der Privatsphäre“, sondern um die Information, die ein TV-Sender seinen Zuschauern zur Verfügung stellt.

    Mich interessiert nicht, wer gestorben ist. Oder das überhaupt jemand gestorben ist. Eine einfache Information des Senders, dass die Sendung aus privaten Gründen ausfällt, es aber nächste Woche weitergeht würde an der Stelle völlig ausreichen.
    Mir ging es vielmehr darum, wie schwach TV heute ist im Bereich „Information“ im Vergleich zum Netz.
    Wenn ich Interesse hätte am Breittreten von Privatsphären hätte ich mir wohl die Bild-App fürs iPhone zugelegt. Mach ich aber nicht. Weil mir das keinen Cent wert ist.

    Und: Harald Schmidt steht, wie andere „Promis“ auch, im Fokus der Öffentlichkeit! Sie leben davon. Das ernährt sie. Also müssen sie auch ein Stück weit damit leben. Oder sich einen anderen Beruf suchen… Und gerade Harald Schmidt spielt sehr gern mit der ihn beobachtenden Öffentlichkeit. (Das nur nebenbei.)

  4. Es ist sicherlich richtig, dass die ARD klarer hätte kommunizieren können, dass es sich um einen einmaligen Ausfall der Sendung handelt (das Wörtchen „heute“ in dem Satz „Die Harald Schmidt Show entfällt“ hätte bestimmt Wunder gewirkt). Dennoch hinkt der Vergleich von TV und Internet ziemlich, eben weil es zwei sehr unterschiedliche Medien sind – vorallem was die Informationsdichte und -verfügbarkeit angeht.
    Aber um meinem Kommentar noch einen konstruktiven Dreh zu geben: Schließen Sie Ihren PC doch an den TV an – dann können Sie Problemlos zwischen Google, Twitter und der Harald Schmidt Show hin und her zappen. Machen zwei Bekannte von mir auch und die sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis! :)
    Freilich ist das nicht das Ende einer (sofern wir sie mal unterstellen) Konvergenz von Internet und TV, aber als ‚workaround‘ erfüllt es seinen Zweck gut. Wireless-Eingabegeräte sind dabei allerdings Pflicht!

    Und: Natürlich stehen Promis in der Öffentlichkeit, ihre Familien aber nicht. Soweit ich informiert bin, hat Harald Schmidt viel Wert darauf gelegt, Familie und Angehörige aus dem Blickfeld der Medien zu halten. Auch die Kommunikation bzgl des Todesfalls würde ich als Indiz dafür interpretieren. Allerdings bin ich auch kein großer Schmidt-Fan und deswegen möglicher Weise schlecht informiert :)

    Beste Grüße
    JW