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5Apr/11Off

Wenn man statt zielgerichteter Kommunikation Affiliate-Marketing anbietet – ein Unternehmen gefangen in der Denke des Web 1.0

Autor des Artikels: Matias Roskos

Es gibt in meinem Blog einige Artikel, die werden auch nach sechs oder zwölf Monaten an manchen Tagen extrem häufig (1.000 bis 2.000 Views) aufgerufen. Immer dann, wenn es genau zu dem im Artikel behandelten Thema ein konkretes Problem gibt. Vor zwei Wochen war das wieder einmal der Fall. Da man in dem Artikel aber keine aktuelle Antwort auf das Problem fand, dachte ich mir, dass es für die Zukunft doch nicht verkehrt wäre, wenn ich über diesem Artikel auf ein Kommunikations-Angebot der Firma hinweisen könnte, um die es im Artikel ging. Die Facebook-Seite zum Beispiel (die es gibt). Oder den Twitter-Kanal. Oder auch einen direkten Ansprechpartner.

Ich möchte den Namen des Unternehmens hier nicht nennen, weil ich finde, dass sich das Social Media Team dort durchaus Mühe gibt und ich niemanden in die Pfanne hauen will. Aber der Vorgang ist dennoch zum Haare ausraufen. Bei einem Unternehmen, das TV-Werbung schaltet und in seiner Branche zu den Top-Unternehmen in Europa zählt

Ich kontaktierte den dortigen Social Media Verantwortlichen, den ich sehr schätze und den ich vor geraumer Zeit persönlich kennenlernen konnte. Ich erzählte ihm, dass mein Artikel immer auffällig oft geklickt wird, wenn es aktuelle Probleme mit ihrem Produkt gibt. Und ich fragte ihn, ob sie nicht ganz zielgerichtet über diesem Artikel ein Kommunikationsangebot platzieren möchten, damit die Leser auch wirklich dorthin weiter geleitet werden, wo man ihnen zeitnah und direkt helfen kann.

Daraufhin sagte der Social Media Mann dieses Unternehmens mir sinngemäß: "Super Idee. Aber leider haben wir keinerlei Budget für sowas. Ich leite dein Angebot daher mal ans Online-Marketing weiter." Willkommen in den Strukturen eines großen Unternehmens, dachte ich mir. Und war gespannt, was kommt.

Kurz darauf meldete sich dann tatsächlich ganz freundlich jemand aus der Online-Marketing-Abteilung. Und was bot er mir an? Affiliate-Marketing! Er wies darauf hin, dass sie vielfältige Affiliate-Marketing-Angebote auf den großen Plattformen dafür zur Verfügung hätten und das ich davon doch gern Gebrauch machen könne. Daraufhin sagte ich ihm, dass ich Affiliate-Marketing so spannend finde wie eine Blase am Fuß. Und dass das mit meiner Grundidee auch rein gar nichts mehr zu tun hat.

Einschub: Beim Affiliate-Marketing platziert man Werbebanner für ein Unternehmen oder Produkt auf seiner Webseite. Der Anbieter registriert dann, wenn es über dieses Banner zu einem Kauf oder Vertragsabschluss kommt. Dann, und nur dann, erhält man Prozente oder eine fixe Summe für den Kaufabschluss. Es ist also reines Verkaufen auf Provisionsbasis. Mit Kommunikation und Dialog hat es rein gar nichts zu tun.

Meine Idee war ja eigentlich folgende: Der Nutzer hat ein akutes Problem mit Produkt XYZ des Unternehmens. Er sucht bei Google, landet in meinem Blog, wo er auf dieses konkrete Problem keine Antwort findet. Damit ist es für ihn eine Sackgasse. Ich wollte diese Sackgasse aufbrechen: das Unternehmen platziert - in Form eines Banners oder noch besser mit ein, zwei Textabsätzen - ein Kommunikationsangebot für die nach Hilfe suchenden Leute. Der Nutzer wird dorthin geführt, wo man von Seiten des Unternehmens ihm zeitnah weiterhelfen kann (und will). Nix verkaufen. Helfen! Support nennt man das meinetwegen auch. Man hätte auch Werbung machen können für die vorhandenen Social Media Kommunikationsbausteine.

Stattdessen bietet mir das Unternehmen Werbung für irgendwelche Produkte des Unternehmens an. Aber keine Hilfe für den Nutzer... Willkommen in der Denke des Web 1.0. Ich könnte heulen, wenn ich solche Vorgänge auch im Jahr 2011 noch miterleben muss. Schade. Und traurig für die Nutzer. Aber das Unternehmen hat dadurch natürlich weniger Arbeit. Aber in der Zukunft womöglich auch weniger zufriedene Nutzer...

Oder war ich mit meiner Idee zu weit weg von der Denke eines großen Unternehmens im Jahr 2011?

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

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