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28Sep/11Off

In Sachen Facebook: Wir sind Schuld

Autor des Artikels: Matias Roskos

Diese ganze Diskussion, wie böse Facebook plötzlich in Sachen Schutz der Privatsphäre ist, finde ich scheinheilig. Denn es hat sich nicht viel geändert in den letzten Monaten. Und das betrifft nicht nur Facebook, sondern andere "big player" wie Google, Apple, LinkedIn, Ebay usw. ganz genauso. Aber es macht sich halt gerade gut, auf Facebook drauf zu hauen. Also tun es möglichst viele.

Hier mein Statement dazu:

Es geht nicht darum, was Facebook (oder andere) mit unseren Daten machen, sondern was wir selbst von uns Preis geben!

Das ist doch das Entscheidende! Wie gehen wir selbst mit den neuen Medien um. Und was geben wir von uns preis. Das ist nicht anders wie auf der Straße, im Büro, in der Klasse, in der Uni, im Sportverein. Welche Fotos zeige ich und welche lasse ich lieber zuhause. Was sage ich und wann halte ich lieber einfach mal die Klappe. Kann ich ein Gerücht für mich behalten oder muss ich tratschen? Beleidige ich andere oder benehme ich mich zivilisiert? Nicht jeder muss wissen wie mein Zeugnis aussah, wo ich mit 18 Party gemacht habe oder wie groß meine Schuhgröße ist. In der Offline-Welt genauso wenig wie im Internet.

Es geht darum, was ich wo von mir preisgebe. Das sollte ich IMMER kontrollieren. Egal ob auf Facebook oder im Büro.

PS: Damit will ich auf keinen Fall sagen, dass es nicht gut ist, dass einige Facebook und anderen auf die Finger schauen und versuchen sie in eine Richtung zu lenken, die den Schutz der eigenen Privatsphäre stärker in den Fokus rückt. Aber: diese Plattformen verdienen Geld mit unseren Daten. In dem sie sie an die Werbung verkaufen. Anders würden sie gar nicht funktionieren. Das ist bei Google genauso wie bei Facebook und vielen anderen.

André Vatter hat gestern dazu ganz richtig geschrieben:

Wer sich bei Facebook anmeldet, geht einen Vertrag ein: Ich darf das Netzwerk benutzen, dafür bezahle ich mit einem Häkchen bei den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzerklärung. Es ist ein friedfertiger Vertrag. Niemand kramt im Portemonnaie nach der EC-Karte oder im Hirn nach der PIN-Nummer. Das macht es ja so einfach. Ich bezahle bereitwillig mit meinen Daten und bekomme dafür einen Service: “Anstatt umständlich Foto-Mails an mehrere Freunde zu verschicken, erstelle ich ein Facebook-Album”, mögen die einen sagen. “Anstatt in Übersee anzurufen, kann ich einfach den Facebook-Chat anwerfen”, finden vielleicht andere. Ich bezahle mit meinen Daten – und bekomme eine Leistung, etwas, das für mich Wert besitzt. Facebook benutzt diese Daten, um bei den Werbekunden den Streuverlust zu minimieren und auch das wird den Kunden mitgeteilt und ist gut so.

Genau so ist es. Das kann einem gefallen oder nicht. Aber: man ist immer selbst verantwortlich für das, was man von sich preisgibt. Egal wo.

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