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17Okt/11Off

Warum spricht keiner über Online-Casinos

Autor des Artikels: Matias Roskos

Neulich flatterte mir eine Frage per Email ins Haus. Eine Frage, die ich tatsächlich spannend fand. "Warum redet niemand im Social Web über Online-Casinos?" Wo doch viele im Internet zocken? Gute Frage. Berechtigte Frage.

Auch von meinen Freunden gibt es einige, von denen ich weiß, dass sie regelmäßig online Poker oder BlackJack spielen. Warum auch nicht. Sind ja erwachsene Menschen. Jeder ist da selbst verantwortlich. Aber in ihrem Facebook-Profil findet man davon nichts. Aber etwas über ihre letzte Pizza. Und wie sie den Tatort fanden. Auch auf Twitter: nix. Selten ein Tweet übers Online-Spielen.

Warum ist das so? Warum wird im Social Web kaum über Online-Casinos geschrieben, fragte mich CasinoSpielen.de.

Ich bin von Natur aus neugierig. Und mit dieser Frage hatten sie etwas in meinem Kopf zum Rattern gebracht. "Eine Medaille hat immer zwei Seiten", heißt es so schön. Und auch in diesem Fall muss man meiner Meinung nach von zwei Seiten herangehen.

Zum einen ist da die Seite der Menschen, die auf Facebook Nachrichten, Links und Fotos mit Freunden teilen, auf Twitter Tweets posten und in Blogs über die Sachen schreiben, die ihnen wichtig sind. Dort finden Poker & Co. so gut wie nicht statt. Wo sind die Ursachen.

Wenn man an Online Kasinos denkt, dann fallen mir sofort die unendlich vielen Spammails der Jahr 2000 bis 2008 ein. Überall sollte man online pokern. Diese Spamflut ist bei vielen Menschen haften geblieben. Dazu haftet der Branche ein Ruf der Unseriosität an. Warum das so ist? Keine Ahnung. Vermutlich, weil man Mafia eng mit dem Glücksspiel verbindet. Und Online-Casinos sind nunmal Glücksspiel-Orte.

Hinzu kommt noch der Faktor Internet-Sicherheit. Kann ich dort sicher bezahlen? Ich muss mir ja meist eine Software downloaden. Auch das ist Vielen noch immer unheimlich. Fange ich mir dabei womöglich einen Virus ein? Hier muss offene und ehrliche Aufklärungsarbeit der Diensteanbieter geleistet werden.

Vor allem aber ist es meiner Meinung nach das Image, mit dem kaum einer, der online zockt, in Verbindung gebracht werden möchte. Von daher müsste an diesem Image massiv gearbeitet werden.

Auf der anderen Seite sind da aber auch die Betreiber der Online-Casinos. Sie haben noch nicht wirklich verstanden, wie das Social Web funktioniert. Sie denken noch in den typischen Kategorien SEO und Klicks. Zehn Jahre alte Denke. Die im Jahr 2011 zwar ein Stück weit durchaus weiterhin berechtigt ist. Aber wichtige Aspekte des heutigen Internets außen vor lässt. Es geht heute um die Empfehlungen und Tipps von Freunden. Um Glaubwürdigkeit und Akzeptanz. Um die Reputation im Netz. Um das Image von Marken, Dienstleistungen und Seiten. Und das sind dann nicht unmittelbar Klicks. Aber es zahlt durchaus im Bereich SEO bereits aufs Konto ein (denn Google wird auf der Schiene immer aufmerksamer). Und es geht ums Online-Image. Und damit mittelfristig um Wachstum, neue Kunden, Kundenbindung und vieles mehr.

Und da schließt sich dann auch der Kreis. Da wird aus den zwei Seiten die Medaille. Es geht um das Image. Es geht darum ob und vor allem auch WIE die Menschen, die das moderne Internet, das sogenannte Social Web, bevölkern Projekte, also auch Online-Casinos, wahrnehmen. Und das ohne Marketing-Brimborium. Das funktioniert immer wieder. Aber der Wunsch einen Artikel wie diesen zu schreiben - das ist eine klasse Idee! Vor der ich meinen Hut ziehe. Und der in die richtige Richtung zeigt: zugehen auf Menschen. Den Dialog, die Kommunikation suchen. Um am Image und am Produkt arbeiten zu können.

Aber wo sind denn die Online-Casinos im Social Web? Praktisch nicht präsent. Es scheint an guten Strategien, an sinnvollen Konzepten, an spannenden Social Media Kampagnen zu fehlen. Wie in so vielen Branchen. Noch. Stattdessen wird weiterhin massiv Geld in SEO gepumpt, um Google zu füttern. Und dies tun alle Online-Casinos dieser Welt... Gleichzeitig. Und Google freut sich.

CasinoSpielen.de Screenshot

Danke für die Idee, diesen Artikel zu schreiben! Hat wirklich Spaß gemacht.

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Autor Info's mit anzeigen Matias Roskos

Kommentare (1) Trackbacks (0)
  1. Denke, dass lässt sich primär über die „Soziale Erwünschtheit“ http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Erw%C3%BCnschtheit erklären – Glücksspiel ist vor allem in D nicht salonfähig und daher ist ein Statement im Profil „sozial nicht erwünscht“ und man schweigt sich hierzu lieber aus (ist ja auch eine Antwort dazu). Während die oben genannten Beispiele: Alkohol, Tabak etc. gesellschaftlich weitgehend akzeptiert sind. Auch beim Thema „Religion“, „politische Ansichten“ usw. kann man ähnliches beobachten..


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