SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

18Dez/13Off

So geht Werbung

Autor des Artikels: Matias Roskos

Wenn doch nur alle Werbung so gut wäre. Einen so berührt. Hin und wieder gibt es Werbeclips, die einfach nur verdammt gut sind. Dieser ist eine dieser Perlen. Ganz egal wer dahinter steckt. Das soll an dieser Stelle nicht wichtig sein. Einfach nur richtig gut, diese Werbung.

Und mittlerweile schon weit über eine Million Views auf Youtube. Und es werden noch deutlich mehr werden. Da bin ich mir sicher. Denn das Video beginnt gerad im Social Web - Facebook, Twitter, Blogs, Tumblr usw. - die große Runde zu drehen. Die Reichweite steigt damit. Und steigt. Und steigt.

Viel Spaß.

24Jul/12Off

22,7 Milliarden US-Dollar mit dem iPhone

Autor des Artikels: Matias Roskos

Diese Zahlen versetzen selbst mich immer wieder in Erstaunen: 22,7 Milliarden US-Dollar hat Apple allein mit seinem iPhone zwischen Januar und März erwirtschaftet. Das entspricht einem Anteil von 58% des Gesamtumsatzes von 39,2 Milliarden US-Dollar. Was für Zahlen! Und was wäre Apple heute ohne das iPhone?

Mut wurde hier belohnt, hätte aber auch in ein Fiasko führen können. Ich jedenfalls bin froh, dass es das iPhone gibt. Ich liebe meins.

Infografik iPhone-Umsatz

Danke an Statista für die Infografik.

11Jan/12Off

Netzwerk-Visualisierung des App-Stores

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich liebe Infografiken. Weil sie Dinge übersichtlicher machen. Oder einen ganz anderen Zugang zu einem Thema bieten. Man kann auf ihnen entdecken und Zusammenhänge besser erkennen.

Bei Benedikt Koehler bin ich über die Visualisierung der Nachrichtenangebote im App-Store gestolpert. Sehr interessant. Er schreibt unter anderem:

Auf jeder (bzw. fast jeder) Downloadseite einer App sind weitere fünf Apps verzeichnet, die überdurchschnittlich häufig gemeinsam mit dieser App heruntergeladen oder gekauft werden. Das Netzwerk springt einem hier förmlich entgegen. Wenn man die 240 beliebtesten Apps der Kategorie Nachrichten auf diese Beziehungen hin erfasst, erhält man folgendes Netzwerk der Nachrichten-Applandschaft.

Social network visualization of app downloads

Meine Lieblingsnachrichten-App ist auch hier auf Platz 2 ganz weit vorn mit dabei: n-tv. Die haben mittels der Apps tatsächlich einen großen Sprung in der deutschen Nachrichtenlandschaft gemacht. Weil sie durch Qualität im Paket mit Usability der Apps punkten und stetig ihr Angebot verbessern. Sie machen einen verdammt guten Job. Ich schau da tatsächlich täglich rein.

Hier die Rangliste:

Die Apps mit den meisten Reviews in dieser Karte sind:

  1. Mein Prospekt XL – 39.382 Reviews
  2. n-tv iPhone edition – 16.140 Reviews
  3. Weiterlesen …

16Jul/10Off

Der Apple-Fluch – iPhone4 vor Rückrufaktion mit 1,5 Milliarden Euro Kosten

Autor des Artikels: Matias Roskos

Vor wenigen Tagen noch war ich auf die Erfolgsfaktoren des Markenaufbaus bei Apple eingegangen. Unter anderem hatte ich dort geschrieben:

Qualität: Immer wieder setzt Apple neue Qualitätsstandards. Wie jetzt ganz aktuell beim beeindruckenden Display des iPhone 4. Sobald jedoch dieser Punkt vernachlässigt wird, was in den 90ern und wiederum 2004/2005 der Fall war, bekommt das Unternehmen Image- und Umsatzprobleme. Und besinnt sich dann wieder auf diesen Schlüsselfaktor ihres Erfolges: Qualität.

Nun droht ihnen genau dieser Punkt auf die Füße zu fallen. Das iPhone4 ist Schrott. Das bestätigte nun auch ein amerikanisches Testinstitut, das sich das iPhone genauer unter die Lupe genommen hat.

iPhone4 Fail Rueckrufaktion

Wie konnte so etwas passieren? Wie kann Apple ein Gerät auf den Markt werfen, dass massive Empfangsprobleme hat? Ich weiß es nicht. Und ich kann es mir nur mit dem enormen Innovationsdruck erklären. Apple will und muss aus dem Eigenverständnis heraus Vorreiter sein. Die Konkurrenz schläft aber nicht und ist Apple mittlerweile dicht auf den Fersen, was Smartphones und Touchpads anbelangt.

Dabei hat dieses Mal die Qualität gelitten. Massiv. Dies könnte Kosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verursachen, hat ein Analyst von Bernstein Research ausgerechnet (nachzulesen auf n-tv).

Was ich daran so spannend finde, ist nicht nur das Beobachten, wie ungeschickt Apple mit diesem Thema umgeht. Bisher wurde knallhart behauptet, das Problem wäre kein echtes Problem, sondern nur ein kleiner Softwarefehler. Wie nun wird Apple reagieren? Heute ist eine mit Spannung erwartete Pressekonferenz angesetzt. Start 19 Uhr MESZ.

Noch spannender finde ich aber die Tatsache, dass dieses Problem wieder einmal über die Social Media Kanäle blitzschnell nach oben gespült wurde. Über Blogs und dann via Twitter und Facebook fand die Nachricht, dass das iPhone ein massives Empfangsproblem hat, seinen Weg hin zu den Nutzern. Die Viralität des Social Web funktionierte bestens und setzt Apple massiv unter Druck.

Genauso wie das Social Web für einen arbeiten kann, wenn man was Gutes zu bieten hat, kann es einen aber auch blitzschnell darauf hinweisen, dass man Mist gebaut hat. Nichts Schlimmes an sich. Feedback zum Produkt kann zu kundennäheren Produkten und Produktverbesserungen führen. Wenn man denn bereit ist zuzuhören und schnell zu reagieren.

Leider hat Apple auf diese Signale der Nutzer erst einmal nicht hören wollen. Nun ist der Imageschaden immens. Und von Tag zu Tag an dem Apple sich in seiner Trutzburg verschanzt und so tut, als wäre die Welt da draußen so böse zu ihnen, wird der Schaden größer. Apple - ihr habt Mist gebaut! Seht es ein. Gebt es zu. Reagiert, so wie man es von einer innovativen Marke erwartet.

Schauen wir, wie es weiter geht.

Vielen Dank an Ulf Kollwitz für die Illustration zum Artikel!

8Jul/10Off

Erfolgreicher Markenaufbau am Beispiel von Apple – 10 Schlüsselfaktoren

Autor des Artikels: Matias Roskos

Apple's Aktienwert steigt und steigt. Sein Markenimage ist grandios, auch wenn es immer wieder (zumeist berechtigte) Kritik gibt, wenn es um Umweltstandards und das Zwingen des Kunden zur abgeschotteten Apple-Welt geht. Ich bin kein großer Apple-Fan, auch wenn ich mein iPhone liebe. Aber diese geschlossene Welt ist mir höchst suspekt. Doch darum soll es hier nicht gehen.

Apple ist eine der stärksten Marken weltweit. Daran führt kein Weg vorbei. Das bedeutet, dass sie in der Vergangenheit verdammt viel verdammt richtig gemacht haben müssen.

Und nein – die Wurzeln des Erfolges ruhen nicht in der Social Media Welt. Die Wurzeln liegen viel tiefer. Aber das rasante Umsatz-Wachstum der vergangenen zwei Jahre wiederum wäre ohne Social Media nicht möglich gewesen.

Mit Hilfe von Social Media den Mainstream erreicht

Apple hat den rasenden Kulturwandel in der Kommunikation der Menschen untereinander so gut verstanden wie wohl kaum ein anderes Unternehmen und dafür die perfekten Geräte auf den Markt gebracht. Und sie haben es verstanden aus ihrem exzellenten Ruf (Qualität und beste Usability) mit Hilfe von viralen Effekten einen gigantischen wirtschaftlichen Erfolg zu machen.

Der Ruf, Produkte auf den Markt zu bringen die optisch extrem wertig daherkommen und zudem in der Usability unschlagbar sind, den haben sie schon seit zwei Jahrzehnten. Doch erreichten sie in den 90er Jahren damit nicht den Mainstream. Der kaufte Microsoft-lastige Produkte. Den Sprung an die Ladentheken des Otto-Normalkäufer gelang ihnen erst mit dem Social Web, für das das iPhone einfach die ideale Hardware + passende Software ist. Und mit Hilfe des Social Web verbreiteten sich ihre Markenbotschaften über die elitäre Nische der Grafiker und Designer hinaus in die Welt der Normalbürger. Mittels Mundpropaganda, die immer wieder von Apple gekonnt unterfeuert wird.

Hier nun die 10 Schlüsselfaktoren für den Erfolg von Apple in den vergangenen zwei Jahren:

  • Authentizität: Ohne Steve Jobs als authentische Identifikationsfigur ist Apple nicht mal halb so viel wert. Er steht als Gallionsfigur für das ständige Bemühen um bestmögliche Qualität und bestmögliche Usability. Und man nimmt ihm dieses Ringen auch ab.
  • Differenzierung: Von Anfang an positionierte man sich ganz klar gegen Microsoft und sagte: „Wir sind anders. Jeder der unsere Produkte kauft, ist anders. Anders als Microsoft.“ Das half beim positiven Imageaufbau.
  • Mundpropaganda: Die Macher hinter Apple sind die Meister der Mundpropaganda. Da werden im Vorfeld von Präsentationen schon mal mögliche Produktdetails gestreut, die man erst dementiert, um sie dann bei der Produkteinführung zu bestätigen. Und die Apple-Jünger lieben dieses Spiel mit dem Geheimnisvollen. Schon Wochen bevor ein neues Produkt auf dem Markt erscheint, wird darüber diskutiert und getratscht.
    Früher geschah dies nur mühsam in Foren, via Email und in den Agentur-Offices. Heute über die vielfältigen Social Media Kanäle. Blogs und Twitter befeuern die Verbreitung von Informationen gewaltig.
  • Usability: Apple steht für das (meist) perfekte Zusammenspiel von Hardware und Software. Bei den meisten Firmen ist zuerst die Hardware da und dann muss dafür passende Software geschrieben werden. Bei Apple wird beides parallel entwickelt. Heraus kommen Produkte, die als Gesamtheit „rund“ sind und großartig funktionieren.
  • Qualität: Immer wieder setzt Apple neue Qualitätsstandards. Wie jetzt ganz aktuell beim beeindruckenden Display des iPhone 4. Sobald jedoch dieser Punkt vernachlässigt wird, was in den 90ern und wiederum 2004/2005 der Fall war, bekommt das Unternehmen Image- und Umsatzprobleme. Und besinnt sich dann wieder auf diesen Schlüsselfaktor ihres Erfolges: Qualität.
  • Innovationen: Apple zeigt immer wieder Mut zu Innovationen. Man traut sich, wo andere Unternehmen Angst haben sich die Finger zu verbrennen.
    Wie allgemein bekannt ist, ist Apple nicht der Erfinder des Touchscreens. Aber sie haben ganz konsequent ihr Smartphone, das iPhone, berührungsintensiv gemacht und sind dabei keine Kompromisse eingegangen. Dieser Mut zur Innovation hat ihnen Erfolg gebracht.
  • Mut zu Fehlern: Der Mut zu Innovationen schließt den Mut Fehler zu machen mit ein. Bestimmmte Dinge lernt man nur, in dem man sie tut. Statt jahrelang zu theoretisieren und sich strategische Papiere hin und her zu schicken. Im Zweifelsfall sagen die meisten Unternehmen: „Wir lassen das lieber. Es könnte ein Flop werden.“ Nicht so Apple. Sie sagen: „Wir tun es und schauen, wie es sich entwickelt.“ Und sie reagieren dann schnell auf auftauchende Entwicklungen oder Probleme.
  • Zeit: Apple gibt es nicht erst seit fünf Jahren. Wie viele neue Apple-Kunden womöglich denken mögen. Die Marke ist „steinalt“, wenn man in New Economy Dimensionen denkt. Der Markenaufbau erfolgte über zwei Jahrzehnte und wäre in dieser Stärke und Nachhaltigkeit, kaum über einen kurzen Zeitraum zu erreichen. Man hat sich die Zeit bei Apple gegeben und nie aufgehört an den langfristigen Erfolg zu glauben. Langfristig setzen sich Zähigkeit, der Glaube an sich und seine Produkte und das permanente Dazulernen und stetige Produktverbesserungen durch.
  • Kundenloyalität: Nichts ist Apple so wichtig wie der Apple-Kunde. Oder zumindest genauso wichtig wie die aktuelle Produktpalette. Wenn man diesen hohen Stellenwert des zufriedenen Kunden einmal aus dem Blick verliert, sieht man das auch umgehend an den Verkaufszahlen. Und sofort wird bei Apple reagiert. Darum gehören Apple-Kunden zu den treuesten Kunden überhaupt. Und viele von ihnen sind engagierte Markenbotschafter für Apple geworden. Womit wir wieder bei der Mundpropaganda wären.
  • Unabhängigkeit: Von Anfang an war es Steve Jobs wichtig, unabhängig zu sein von Microsoft und anderen Mitbewerbern. Er liebt die Apple-Unabhängigkeit. Und auch wenn es in stürmischen Zeiten nicht einfach ist so ganz allein, scheint sich diese Strategie auszuzahlen. Denn nur so ist es möglich schnell Innovationen auf den Markt zu schmeißen ohne großartig auf Bedenkenträger Rücksicht nehmen zu müssen. Und man kann den angesprochenen Mut zum Risiko auch immer wieder zelebrieren. Wäre man an einen großen Konzern gebunden, wäre es mit hoher Wahrscheinlichkeit vorbei damit.
    Wobei man sich mit der Zeit durchaus starke, strategische Partner gesucht hat, um noch besser auf dem heißumkämpften Markt bestehen und wachsen zu können.

Apple ist ein Vorzeigebeispiel für jedes Unternehmen in Sachen Image-Aufbau, geschicktem Einsatz von Mundpropaganda und erfolgreichem Mut zum Risiko. Sicherlich macht erst die Kombination der von mir genannten Schlüsselfaktoren den enormen Erfolg von Apple aus. Es ist nicht der einzelne Faktor, sondern das Zusammenspiel dieser.

Aber nicht jeder ist so mutig wie die Apple-Macher um Steve Jobs. Sie zeigen, wie wichtig Mundpropaganda für den Markenaufbau und daraus resultierend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens sein kann. Wenn man es geschickt anpackt. Und wenn man bereit ist permanent dazu zu lernen. Und was mir Apple letztendlich doch irgendwie sympathisch macht, trotz der abgeschotteten Apple-Welt mit iTunes-Store und den damit verbundenen, teilweise hanebüchenen Restriktionen, ist der Fakt, dass dahinter echte Macher stecken. Und weniger Theoretiker und Skeptiker. Ich mag Menschen, die mit Mut zum Risiko und dem Willen etwas zu schaffen voran gehen. Daraus kann jedes Unternehmen, egal wie groß oder klein, so einiges lernen.

Es darf gern widersprochen werden. In den Kommentaren.

13Jul/09Off

Der iPhone-Kindle kommt

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich habe gestern lange mit einer guten Freundin in den Staaten telefoniert, die dort ziemlich tief in der Web 2.0 Szene steckt. Und sie hat mir verraten, dass hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, dass es womöglich in einem halben Jahr, vielleicht schon zum Weihnachtsgeschäft, einen iPhone-Kindle geben wird. Eine Kooperation zwischen Apple und Amazon also.

Die kindle-Application fürs iPhone gibt es zumindest für die USA ja schon seit März. Wir hier in Deutschland müssen darauf wohl noch lange warten.

Konkret würde das bedeuten, wenn das Gerücht sich bewahrheit: ein abgespeckter Kindle, der fürs iPhone optimiert ist und bei dem das iPhone als Datenspeicher und Zentralrechner fungiert könnte für weniger als 250 Dollar auf den Markt kommen. Denkbar sind von der technischen Umsetzung zwei Varianten. Einmal wird der Kindle ganz normal über ein Vebindungskabel an das iPhone angeschlossen und kann separat in die Hand genommen werden.

Bei der zweiten Variante wird das iPhone wie bei einer Ladestation mit Boxen in den Kindle mit eingesteckt. Aber ob das letztendlich praktisch ist für ein Lesegerät, weiß ich nicht. Schließlich möchte man ja lesen und dafür das Teil auch in die Hand nehmen und die Stellung regelmäßig verändern. Dabei darf das iPhone nicht stören oder gar herausfallen.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit aus meiner Sicht, die aktuell aber wohl noch kein Thema ist: das iPhone sendet die Daten kabellos an den Kindle.

Abwarten. Noch ist das alles awirlich nur ein vages Gerücht, über das gemunkelt wird. Auf jeden Fall würde es extrem Sinn machen. iPhone-Apps wie textunes, das ich selbst sehr gern nutze, würden dadurch weiter aufgewertet werden. Bei textunes kann ich kostenlos in Bücher reinlesen. Gefallen sie mir, gelange ich von der App aus ganz einfach in den Appstore und kann mir dort das komplette Buch kaufen. Das Ganze ist bei textunes nahezu perfekt umgesetzt. Die Usability ist traumhaft. Und es macht Spaß die Bücher in textunes anzulesen. Hier werden echte Mehrwerte geschaffen, die man mit einem größeren Display, zum Beispiel dem angesprochen iPhone-Kindle, noch besser genießen und dadurch neue Käuferschichten für den Kindle wie auch für Literatur im App-Store erschließen könnte. Eine echte Chance, nicht nur für den Kindle, sondern auch für die Verlage, die hier neue Absatzwege für virtuelle Bücher beschreiten könnten. Wir dürfen gespannt sein, was da kommt. Vielleicht dann ja auch hier in Deutschland.

5Jun/09Off

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt…

Autor des Artikels: Matias Roskos

Alle grübeln darüber, wie man mit dem Internet Geld verdienen kann. Wenn man nicht gleich einen eigenen Online-Shop aufmachen möchte. Ausführlich war ich auf dieses Thema der künftigen Erlösmodelle bereits letzten Herbst eingegangen, wo es darum ging Social Networks neue Erlösmodelle aufzuzeigen. Dabei ging es um Viralmarketing, Crowdsourcing und Social Shopping. Viel passiert ist in der Richtung noch nicht auf Facebook & Co. Aber ich weiß, dass dort unter anderem auch in diese Richtung gedacht wird.

Heute soll es um eine andere Denkrichtung gehen. Es wird immer deutlicher, dass Handynutzung und Nutzung des Internets eine Symbiose eingehen. Spätestens seit dem gigantischen Erfolg des iPhones ist deutlich, dass ein Handy - oder wie immer man das handliche Endgerät letztendlich nennt, denn ein Handy im ursprünglichen Sinn ist das iPhone nun wahrlich nicht. Viele sprechen von Smartphones. - nicht allein zum Telefonieren taugt. Auch das Surfen, wenn man sich von Seiten der Hersteller um die Usability intensive Gedanken macht, kann mit einem Gerät wie dem iPhone Laune machen und wunderbar funktionieren. Und wir sind hier ganz sicher erst am Anfang einer Entwicklung von Geräten, die in jede Hosentasche passen und dennoch auch für das Internet funktionieren.

Und genau hier - bei den neuen mobilen Endgeräten - liegt ein weiteres, gigantisch großes Feld für Erlöse im Zusammenspiel mit dem Internet. Schauen wir uns doch mal kurz die Nutzung des Handys an. Bei der ITU findet man vielfältige Statistiken über die Entwicklung der Handynutzung. Alle besagen ein und das selbe: gigantisches Wachstum überall auf der Welt. Vor allem auch in den ärmsten Ländern. Das Handy wird das Kommunikationsmittel des Jedermann. Und das ist gut so.

Die folgenden Grafiken stammen aus dieser Präsentation von Vanessa Gray.

mobile_entwicklung

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Kommen wir zurück zu den Erlösmodellen des Internets. Wie das funktionieren kann? Apple macht es vor. Apps heißt das Zauberwort des Jahres 2009. Und der App-Store dürfte zu den umsatztechnisch erfolgreichsten Bereichen des Internets gehören. Noch gibt es unendlich viele, sinnvolle Apps, die es NICHT gibt und die noch darauf warten entwickelt zu werden. Ich selbst nutze immer wieder die Ebay-App, die extrem gute Facebook-App, war auf der Webinale total begeistert von der Conangel-App zur Planung der Konferenz-Sessions. Ich nutze intensiv WikiMe und Wikiamo, habe mir den MobileButler aufs iPhone gezogen, spielen gern Risiko auf dem iPhone und so weiter. Alles zu finden über den App-Store, wenn ich ihn direkt auf dem iPhone aufrufe. Für einige dieser Apps habe ich auch Geld bezahlt. Ich habe es bisher nicht bereut.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets begann am 9. Januar 2007, als Apple einen Prototyp des iPhone auf der Macworld Conference & Expo in San Francisco vorstellte. Damit begann nicht nur der Siegeszug der sogenannten Smartphones, sondern auch des Konzeptes eines App-Stores, also des Verkaufs von Zusatztools und damit der Öffnung einer speziellen Erlösschiene.

Dass Micropayment durchaus funktioniert, wenn man dem Nutzer dafür auch etwas bietet, wissen wir spätestens seitdem es Ebay gibt. Und der Erfolg des App-Store zeigt erneut: die Menschen bezahlen, wenn sie dafür etwas geboten bekommen. Es ist nicht allein eine Kostenlos-Kultur, die das Netz, dass sich nun rasend schnell auf mobile Endgeräte ausdehnt, so erfolgreich macht.

Nicht alle Apps für das iPhone haben etwas mit dem Internet zu tun. Aber viele davon connecten direkt mit Internetplattformen und Netzangeboten. Facebook, Ebay, StudiVZ, Flickr, Youtube, zahlreiche Wikipedia-Apps und so weiter. Etliche Entwickler schreiben Applications, die Inhalte aus dem Netz zusammentragen und intelligent aufbereiten. Und sie verdienen damit Geld. Apple verdient mit diesem Konzept Geld. Und Facebook, Ebay & Co. hilft es neue Nutzerströme zu erschließen bzw. die Verweildauer zu erhöhen. Ich selbst nutze Facebook und auch Ebay deutlich intensiver mit dem iPhone als vorher über PC und Browser.

Die Zukunft des kommerziell erfolgreichen Internets heißt: Applications für Smartphones, die sich die Nutzer gegen Kleinstbeträge aufs Phone ziehen können. Diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten und erfordert ein Umdenken vieler Strategen. Noch gibt es viel zu wenige, gute Apps. Oft sind es noch Schnellschüsse, die nicht ausgereift sind und bei denen die Usability zu Wünschen übrig lässt. Das wird sich schnell ändern. Denn das Potential ist gigantisch, betrachtet man die Verkaufszahlen der iPhones und seiner Nachahmer (G1, Blackberry, Nokia) und die Nutzung von Apps. Und schaut man sich dazu obige Statistiken an wird klar, wann diese Welle sich über die gesamte Welt ausbreiten wird. Mit Hilfe (bezahlbarer) Smartphones wird das Internet bis in die entlegendsten Winkel dieser Welt vordringen.

Apple hat auf den Erfolg dieser Entwicklung bereits reagiert und kündigte für die nächste iPhone-Generation ein Entwickler-Kit und ein neues Betriebssystem OS 3.0 an. Die Vorschau auf das iPhone OS 3.0 gibt es hier. Dort heißt es:

Mit dem neuen SDK können die Mitglieder des iPhone Entwicklerprogramms Programme entwickeln, die noch mehr leisten können. Die Entwickler erhalten damit die Tools, um In-App Purchases wie Abonnements, zusätzliche Spielelevel und neue Inhalte zu ermöglichen. Sie können auch Apps entwickeln, die Peer-to-Peer-Verbindungen via Bluetooth herzustellen, mit Hardwarezubehör kommunizieren und den Apple Service für Push-Benachrichtungen für Meldungen nutzen.

Das ist ein gewaltiger Paukenschlag. Denn übersetzt bedeutet dies: Entwickler können INNERHALB von (kostenlosen) Apps virtuelle Güter zum Kauf anbieten, also direkt in die Anwendungen Bezahldienste einbauen. Dadurch wird eine neue iPhone-Miniökonomie entstehen, die Erlösmodellen ganz neue Türen, Wege und Brücken zeigt.

Ein Beispiel? Ein Spiel, dass man sich als App aufs iPhone ziehen kann. Die ersten 3 Level des Games sind kostenlos. Level 4 - 50 kosten dann pro Level 5 Cent. Außerdem könnte im Spiel auch ein Shop integriert sein, in dem man echte Dinge kaufen und sich zuschicken lassen kann. Das Spiel motiviert also zum Kauf. Es dient als Marketinginstrument und schafft Kaufanreize. Alles wird über den iTunes-Store abgewickelt und läuft genauso unkompliziert wie der Kauf von Musik im iTunes-Store. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Apple-Ökonomie: unkompliziert und schnell! Easy to use. Für jeden Nutzer.

Auf diese Entwicklung müssen und werden sich erfolgreiche Internetunternehmen einstellen müssen. Hier liegen Umsatzquellen, die in der Zukunft ganz neue Möglichkeiten bieten um mit und im Internet auch Geld zu verdienen. Apple ist, mal wieder, Vorreiter.