SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

11Jul/12Off

Habbo und das Chat-Monitoring – weitreichende Änderungen nach Skandal

Autor des Artikels: Matias Roskos

Bei einer der weltweit bedeutendsten Communities - Habbo - gab es nun weitreichende Änderungen, was das Herzstück der Plattform angeht: den Chat. Nach dem Sex-Skandal (ich berichtete darüber), dem Komplettversagen des Community Managements und dem damit einhergehenden Verlust der beiden größten Investoren, die sich umgehend zurückzogen, musste das Management von Sulake, der Firma hinter Habbo, reagieren. Der Chat wurde kurzzeitig komplett geschlossen und steht nun seit wenigen Tagen wieder zur Verfügung. Allerdings mit starken Einschränkungen.

Normalerweise werden Chats mittels einer sogenannten "Blacklist" einem permanenten Live-Monitoring unterzogen, um so bestimmte Worte in der Kommunikation auszuschließen. Diese Blacklist scheint bei Habbo nicht wirklich funktioniert zu haben. Warum kann ich nicht genau sagen. Ein Problem ist dabei sicherlich die Mehrsprachigkeit der Plattform. Und wenn Schreibende mit Sternchen, Unterstrichen und anderen Zeichen in den Worten arbeiten, wird es für jede Software nahezu unmöglich "böse" Worte herauszufiltern.

Zusätzlich steht (normalerweise) ein Moderatoren-Team zur Verfügung, welches sofort reagieren muss, wenn Warnmeldungen eingehen. Für solche Warnmeldungen gibt es in jeder guten Community deutlich sichtbare Warnbutton. Diese Warnmeldungen wurden bei Habbo in der Vergangenheit ganz offensichtlich nicht (oder kaum) beachtet. Das Community Management hat an der Stelle in der Vergangenheit ganz offensichtlich komplett versagt. So konnten immer wieder Pädophile auf Habbo Kinder ansprechen und sie sogar dazu überreden sich vor der Webcam zu zeigen.

Auf Habbo.de gibt es nun einen extra Bereich "Sicherheit". Dort heißt es unter anderem:

Trau Dich:

Wenn Du belästigt wirst oder Dir im Habbo jemand droht, scheue Dich nicht und wende Dich einfach an unsere Moderatoren. Du brauchst nur auf das blaue ? zu klicken und sofort wird sich jemand mit Dir in Verbindung setzen, um Dir zu helfen

Habbo Sicherheitsbereich

Auch das Thema Webcam wird dort nun explizit angesprochen:

Keine Webcam:

Schalte unter allen Umständen Deine Webcam aus! Wenn Deine Fotos und Webcambilder erst mal im Internet sind, hast Du keinerlei Kontrolle mehr über Sie. Sie können verändert, gepostet und verwendet werden, um Dich zu erpressen oder zu ärgern. Bevor Du ein Bild postest, frag Dich erst, ob es Dir peinlich wäre, wenn es Deine Eltern sehen würden.

Die wichtigste und elementare Änderung nach dem Skandal ist Weiterlesen …

18Jun/12Off

Was ist los auf Habbo

Autor des Artikels: Matias Roskos

Rund um die deutsche Habbo-Seite ist es erstaunlich ruhig in der deutschen Medienlandschaft. Gut für Habbo und die Macher dahinter. Der Chat ist weiterhin stumm. Zwar kann man unten etwas eingeben. Das Chat-Eingabefeld ist da. Aber angezeigt wird außer "..." nichts weiter (siehe Screenshot).

Habbo

Dafür wurde eine Umfrage gestartet. Darin heißt es:

Umfrage
Vielen Dank für eure Unterstützung in der letzten Zeit. Dieses Wochenende führen wir eine Umfrage in der Welcome Lounge durch, damit ihr euer Feedback über das, was im Habbo diese Woche geschehen ist, und eure Gedanken über die Zukunft der Habbo-Community äußern könnt.

Es macht sicherlich absolut Sinn das Feedback der Community einzuholen. Auf die Ergebnisse wär ich ja mal gespannt. Aber die Aufarbeitung des doch recht ungefilterten Feedbacks dürfte das Community Management ein wenig überfordern. Mehr als ein Stimmungsbild ist da nicht drin. Denn außer zwei Felder, was die Nutzer zu den Ereignissen der letzten Woche - Ich tippe mal darauf, dass die meisten noch nicht mal wissen, worum es konkret geht... - meinen und was es an Verbesserungsvorschlägen gibt, sind keine Felder eingerichtet, über die man das Feedback auch nur in irgendeiner Form filtern könnte. Was ich ein wenig eigenartig finde.

Habbo-Umfrage

Ich wünsche Weiterlesen …

14Jun/12Off

Der aktuelle Stand zu Habbo

Autor des Artikels: Matias Roskos

Einen Tag nach der Reportage auf Channel 4 zu den Aktivitäten von Pädophilen auf Habbo hat Habbo nicht nur die Seite stumm geschaltet und ist nicht nur der größte Investor ausgestiegen.

PaulLaFo

Die Community ist stinksauer. Aber anscheinend weniger über das miese, absolut unzureichende Community Management, sondern auf Channel 4! Und darauf, dass sie nun nicht mehr chatten können auf Habbo. Auf Habbo fanden Demonstrationen der virtuellen Identitäten statt, auf Twitter wurde der Redakteur des TV-Senders zum Teil heftig attackiert.

Hier die Channel 4 Berichterstattung dazu:

Nachfolgend eine interessante Diskussion zu den Vorgängen auf Habbo und das Problem der Selbstregulierung durch die Online-Plattformen. Wieder kommt einmal - vollkommen richtig - das Thema Medienerziehung der Kinder genauso wie der Eltern zur Sprache. An der Stelle muss in der Zukunft deutlich mehr geschehen. In den Schulen. Unter Weiterlesen …

13Jun/12Off

Unfassbarer Sexskandal auf Habbo

Autor des Artikels: Matias Roskos

HabboHabbo (ehemals Habbo-Hotel) ist eine der bekanntesten virtuellen Welten des Internets. Habbo ist (war?) extrem beliebt bei Teenagern. Habbo lebte von der Möglichkeit mit anderen zu chatten, virtuelle Freundschaften zu schließen und sich ein virtuelles Zuhause in einem lustigen, bunten Pixelstyle einzurichten.

Seit heute müssen die Avatare der Nutzer auf Habbo schweigen. Die Betreiber-Firma Sulake hat die Chat-Funktion abgeschaltet. Vorerst. Grund ist ein schockierender Bericht des britischen Fernsehsenders Channel 4, in dem gestern gezeigt wurde, wie offensichtlich Pädophile auf Habbo ihr Unwesen treiben. Nicht nur, dass es in den Chats immer wieder ganz direkt sexuelle Anspielungen gibt. Auch wurden die Avatare offensiv aufgefordert sich via Skype oder MSN mit anderen zu treffen und sich vor Webcams auszuziehen. Eine Journalistin von Channel 4 war insgesamt 50 mal eingeloggt und wurde dabei jedesmal entsprechend angesprochen.

Habbo

Niemand kann verhindern, dass Pädophile oder andere Kriminelle sich im Internet bewegen, versuchen Kontakte zu knüpfen und in Social Networks aktiv zu werden. Ein Plattformbetreiber kann aber, nein: er muss ausschließen, dass Kriminelle über Wochen auf einer Plattform wirken und Kinder ansprechen können, ohne dass durch das Communitymanagement eingeschritten wird. Das ist der Skandal an sich. Die Untätigkeit. Es ist mir (fast) unbegreiflich, wie so etwas passieren kann. Die Rede ist hier nicht von einem Einzelfall, wie bei Channel 4 nachzulesen und zu sehen ist.

Was das für Habbo bedeutet ist noch vollkommen unklar. Ein Investor hat sich bereits zurückgezogen. Die britischen Supermärkte haben heute umgehend alle 10-Pfund-Gutschein-Karten für Habbo aus dem Sortiment genommen. Was für Habbo umsatztechnisch eine Katastrophe werden könnte.

Was für mich als Community Manager und Social Media Mann aber viel spannender ist, ist natürlich die Frage, wie so etwas passieren kann. Denn ganz klar: es darf einfach nicht passieren, dass das Communitymanagement es über einen Zeitraum von mehreren Wochen nicht mitbekommt, wenn über solche Themen in der Community gesprochen wird. Und nicht einschreitet.

Das bedeutet wiederum ganz klar, dass ein gut funktionierendes Communitymanagement und ein professionelles Moderatorenteam unerlässlich ist für eine Plattform, deren Kernbestandteil die virtuelle Kommunikation ist. Permanente Moderation, intensives Monitoring und ein professionelles Communitymanagement sind unabdingbar, um den Nutzern die Sicherheit zu bieten, die sie zu recht erwarten.