SocialNetworkStrategien Crowdsourcing, Communities, Communitymanagement und Social Media Marketing

8Dez/14Off

Der Community Manager von Reddit im Interview

Autor des Artikels: Matias Roskos

Reddit ist zweifelsohne eines der spannendsten Community-Projekte überhaupt der letzten Monate. Die Community ist riesig. Und wächst täglich in atemberaubendem Tempo.

Für mich als Community Manager ist es da umso interessanter ein Interview mit dem Community Manager von Reddit zu lesen.

Ein Auszug:

“You can’t panic when a certain contingent of people is very loud and angry. You have a lot more people that you’re serving on a regular basis,” he says. “Just remember, most people are reasonable. And the ones who don’t seem to be are often just angry at something else going on in their world. This is where community management can be a lot like customer service. You can’t please everyone. All you can do is try.”

Das kann ich aus meiner Arbeit vor allem aktuell für wer-weiss-was, aber auch vorher auf diversen Facebook-Seiten u.a. für Galileo, Hell's Kitchen oder Knallerfrauen bestätigen. Man muss dabei aufpassen, dass diese wenigen, lauten Communitymitglieder nicht zu viel Zeit fressen. Zeit, die man eigentlich besser in konstruktive, die Community vorwärts bringende Maßnahmen steckt.

Ein wunderbarer Satz, den ich so nur unterschreiben kann:

And don’t forget that the strongest show of empathy is often just listening.

Zuhören. Empathie zeigen. Mit Fingerspitzengefühl vorgehen. Community Management ist eigentlich ganz einfach. Eigentlich... Erfahrung hilft auch jeden Fall enorm.

7Mai/13Off

Haben unsere Kinder eine Chance? Netzgemüse-Vortrag auf der re:publica

Autor des Artikels: Matias Roskos

Viele Grüße von der re:publica aus Berlin. Die beste Konferenz Deutschlands. Mit 5.000 Teilnehmern und Hunderte von Referenten.

Hier für mich das Highlight der Konferenz: Tanja und Johnny Häusler über unsere Kinder und Jugendlichen. Und die Chance, die sie nicht haben. Im Kampf gegen die Übermacht der Alten. Die Kids, die still sitzen müssen, stundenlang. Nicht vor dem Monitor, wie so viele "Alte" behaupten. Sondern in der Schule. In einem Schulsystem, dass hundert Jahre alt ist.

Lassen wir den Jugendlichen die Freiheit, im Netz. Damit sie das lernen können, was sie lernen wollen. Und das, was sie brauchen. Für ihre eigene Zukunft. Ja, wir müssen sie lassen. Denn es ist ihre Jugend. Es geht um ihre, und damit auch um unsere, Jugend.

Bitte lauf aufdrehen und anhören. (Es fehlen leider die ersten zehn großartigen Minuten. Aber auch diese Worte sind es Wert gehört zu werden.)

Danke!

Und hier gibt es den kompletten Text in Buchstaben.

7Jan/13Off

Arbeit mit Blacklist und Greylist in Foren und Chats

Autor des Artikels: Matias Roskos

Das Monitoring von Foren-Einträgen, Postings in Social Networks, Direktnachrichten auf Online-Portalen sowie von Chat-Nachrichten wird für ein gutes Communitymanagement immer wichtiger. Nicht nur, weil immer mehr Trolle im Netz ihr Unwesen treiben. Bei Projekten wie Galileo GENIAL, für das ich als Community Manager mit verantwortlich bin, geht es darum Kindern im Internet eine sichere Umgebung zu schaffen, damit sie dort spielen, lernen und auch kommunizieren können. "Erziehung zur Medienkompetenz" wird das auch hin und wieder genannt. Immer mehr Kinder im Grundschulalter beginnen das Internet zu nutzen.

Gerade wenn Kinder sich auf einer Plattform im Netz treffen, spielt der Sicherheitsaspekt eine gesteigerte Rolle. Denn Kinder können sich nur bedingt selbst schützen. Selbstverständlich stehen hier zuerst einmal die Eltern in der Verantwortung. Doch nicht immer verfügen diese über deutlich mehr Wissen darüber, wie man sich im Internet schützt und wie man so agiert, dass einem kein Schaden entstehen kann. Diese Aufgabe müssen zu großen Teilen die Plattformen mit übernehmen. Aber auch Lehrer und Schulen werden hier in der Zukunft immer stärker gefordert sein. Medienkompetenz gehört aus meiner Sicht unbedingt mit ins Unterrichtsprogramm des Jahres 2013. Leider ist das fast nie der Fall bisher.

Mehr Sicherheit in Chats durch den Einsatz einer Blacklist

Sobald Kinder direkt angesprochen werden können - mittels einer Nachrichtenfunktion, in Forenbeiträgen oder in einem Chat - muss Sorge getragen werden, dass diese Umgebung kinderfreundlich und sicher ist. Hier greifen verschiedene Sicherheitsmechanismen. Ganz wichtig ist dabei die Arbeit mit einer sogenannten Blacklist. Auf dieser finden sich alle Worte, die "gefährlich" sind. Sie werden aus den Nachrichten heraus gefiltert und werden dann nur noch als *** dargestellt. Hierzu zählen pornografische Begriffe genauso wie rechtsradikales Vokabular.

Außerdem ist es oft so, - so auch bei in dem Tool, mit dem ich selbst für Galileo GENIAL arbeite - dass diese Nachrichten im der hinter dem Chat oder dem Forum liegenden Monitoring-Software gesondert hervorgehoben visualisiert werden. Um diese Gespräche und die Nutzer, die diese Worte versuchten zu schreiben, intensiver beobachten zu können.

Zusätzlich zur Blacklist gibt es auch die Möglichkeit mit einer Whitelist (= alle definitiv ungefährlichen Worte) und einer Greylist zu arbeiten. So machen wir das auch auf Galileo GENIAL. In der Greylist finden Weiterlesen …

18Jun/12Off

Was ist los auf Habbo

Autor des Artikels: Matias Roskos

Rund um die deutsche Habbo-Seite ist es erstaunlich ruhig in der deutschen Medienlandschaft. Gut für Habbo und die Macher dahinter. Der Chat ist weiterhin stumm. Zwar kann man unten etwas eingeben. Das Chat-Eingabefeld ist da. Aber angezeigt wird außer "..." nichts weiter (siehe Screenshot).

Habbo

Dafür wurde eine Umfrage gestartet. Darin heißt es:

Umfrage
Vielen Dank für eure Unterstützung in der letzten Zeit. Dieses Wochenende führen wir eine Umfrage in der Welcome Lounge durch, damit ihr euer Feedback über das, was im Habbo diese Woche geschehen ist, und eure Gedanken über die Zukunft der Habbo-Community äußern könnt.

Es macht sicherlich absolut Sinn das Feedback der Community einzuholen. Auf die Ergebnisse wär ich ja mal gespannt. Aber die Aufarbeitung des doch recht ungefilterten Feedbacks dürfte das Community Management ein wenig überfordern. Mehr als ein Stimmungsbild ist da nicht drin. Denn außer zwei Felder, was die Nutzer zu den Ereignissen der letzten Woche - Ich tippe mal darauf, dass die meisten noch nicht mal wissen, worum es konkret geht... - meinen und was es an Verbesserungsvorschlägen gibt, sind keine Felder eingerichtet, über die man das Feedback auch nur in irgendeiner Form filtern könnte. Was ich ein wenig eigenartig finde.

Habbo-Umfrage

Ich wünsche Weiterlesen …

13Jun/12Off

Unfassbarer Sexskandal auf Habbo

Autor des Artikels: Matias Roskos

HabboHabbo (ehemals Habbo-Hotel) ist eine der bekanntesten virtuellen Welten des Internets. Habbo ist (war?) extrem beliebt bei Teenagern. Habbo lebte von der Möglichkeit mit anderen zu chatten, virtuelle Freundschaften zu schließen und sich ein virtuelles Zuhause in einem lustigen, bunten Pixelstyle einzurichten.

Seit heute müssen die Avatare der Nutzer auf Habbo schweigen. Die Betreiber-Firma Sulake hat die Chat-Funktion abgeschaltet. Vorerst. Grund ist ein schockierender Bericht des britischen Fernsehsenders Channel 4, in dem gestern gezeigt wurde, wie offensichtlich Pädophile auf Habbo ihr Unwesen treiben. Nicht nur, dass es in den Chats immer wieder ganz direkt sexuelle Anspielungen gibt. Auch wurden die Avatare offensiv aufgefordert sich via Skype oder MSN mit anderen zu treffen und sich vor Webcams auszuziehen. Eine Journalistin von Channel 4 war insgesamt 50 mal eingeloggt und wurde dabei jedesmal entsprechend angesprochen.

Habbo

Niemand kann verhindern, dass Pädophile oder andere Kriminelle sich im Internet bewegen, versuchen Kontakte zu knüpfen und in Social Networks aktiv zu werden. Ein Plattformbetreiber kann aber, nein: er muss ausschließen, dass Kriminelle über Wochen auf einer Plattform wirken und Kinder ansprechen können, ohne dass durch das Communitymanagement eingeschritten wird. Das ist der Skandal an sich. Die Untätigkeit. Es ist mir (fast) unbegreiflich, wie so etwas passieren kann. Die Rede ist hier nicht von einem Einzelfall, wie bei Channel 4 nachzulesen und zu sehen ist.

Was das für Habbo bedeutet ist noch vollkommen unklar. Ein Investor hat sich bereits zurückgezogen. Die britischen Supermärkte haben heute umgehend alle 10-Pfund-Gutschein-Karten für Habbo aus dem Sortiment genommen. Was für Habbo umsatztechnisch eine Katastrophe werden könnte.

Was für mich als Community Manager und Social Media Mann aber viel spannender ist, ist natürlich die Frage, wie so etwas passieren kann. Denn ganz klar: es darf einfach nicht passieren, dass das Communitymanagement es über einen Zeitraum von mehreren Wochen nicht mitbekommt, wenn über solche Themen in der Community gesprochen wird. Und nicht einschreitet.

Das bedeutet wiederum ganz klar, dass ein gut funktionierendes Communitymanagement und ein professionelles Moderatorenteam unerlässlich ist für eine Plattform, deren Kernbestandteil die virtuelle Kommunikation ist. Permanente Moderation, intensives Monitoring und ein professionelles Communitymanagement sind unabdingbar, um den Nutzern die Sicherheit zu bieten, die sie zu recht erwarten.

12Jun/12Off

Videos rocken – wie erklärt man Kindern Dinge am besten

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ist Schule uncool? Nein! Aber uncool ist dieser längst überholte Frontalunterricht. Damit erreicht man nur einen Bruchteil der Kinder. Und nur ein Bruchteil des möglichen Wissens wird von den Kindern dabei tatsächlich aufgenommen. Das ging schon mir so damals vor gefühlten 55 Jahren.

Aber wie erreicht man Kinder besser? Schneller? Effektiver? Erfolgreicher? Dieser Frage hat sich der Wissenschaftsjournalist Alan Alda angenommen und für ein Editorial für das Wissenschaftsjournal „Science“ einen Wettbewerb ausgerufen. Inhalt: die Flammen-Frage - "Was ist eine Flamme?"

Auf Heise.de ist dazu nachzulesen:

800 Teilnehmer aus 30 verschiedenen Ländern bewarben sich mit den unterschiedlichsten Erklärungsversuchen, aus der eine Jury von Elfjährigen den Gewinner küren musste. Es stellte sich heraus, dass Videos anderen Erklärmethoden überlegen waren. Der Versuch, die wissenschaftlichen Aussagen in Reime zu kleiden, kam bei den Kindern nicht gut an. Ebenso Witze, die mit der Erklärung nichts zu tun hatten und nur eingestreut wurden, um den Text aufzulockern. Lieder hingegen funktionierten gut.

Wenig überraschend, wenn man sich seit Jahren mit dem Internet beschäftigt. Bewegtbild wird am besten aufgenommen, von Kindern genauso wie von Erwachsenen. Videos funktionieren. Nicht nur als Entertainment-Baustein, sondern auch um Wissen und Informationen zu vermitteln.

Und hier nun das Gewinner-Video von Ben Ames, einem 31-jährigen Physiker aus Kansas City. Klasse, nicht wahr?

Und was bedeutet das für die Schulen? Und vor allem für Lehrer? Ein Umdenken! Und die deutlich bessere Nutzung neuer - oder auch bereits vorhandener - Bausteine, um Kindern Wissen zu vermitteln. Videos könnten, nein: sollten, dabei eine deutlich wichtigere Rolle in der Zukunft spielen.

30Jun/10Off

Wunderbare iPhone-App für Kinder

Autor des Artikels: Matias Roskos

Ich bin "nebenbei" ja auch Papa, wie viele meiner Leser vielleicht wissen. Mein Sohn ist 6 Jahre und das Wichtigste in meinem Leben. Zu 100%. Auch wenn er manchmal zurückstecken muss, wenn Papa auf Reisen ist zu Konferenzen oder bei Kunden in ganz Deutschland.

Als Papa hat man verschiedenste Verpflichtungen. Man ist ja unter anderem auch dazu da, dem Sohn neue spannende Dinge aus der virtuellen Welt zu zeigen. Natürlich, nachdem man mit ihm Baden war oder Fußball gespielt hat. Ich halte übrigens das Spielen draußen, das im echten Leben, für deutlich wichtiger als den Computer. Damit mich hier niemand missversteht. Aber ich denke auch, dass man nicht umhin kommt mit den neuen Möglichkeiten der virtuellen Welt aufzuwachsen. Und wenn man lernt damit umzugehen und es gekonnt dosiert, ist das auch durchaus ein bereicherndes Element.

die Abrafaxe: iPhone-App Mosaik

Mein Sohn liebt mein iPhone. Vermutlich genauso wie ich. Auf jeden Fall ist er immer stolz wie Bolle, wenn er es mal nutzen darf. Meist, um sich auf Youtube eine Wickie-Folge anzuschauen. Oder um gegen mich "Vier gewinnt" zu spielen. Vor kurzem aber habe ich eine neue, geniale App entdeckt. Ich selbst habe schon in meiner Kindheit voll Genuss das Mosaik mit den Abrafaxen gelesen. Und seit einem Jahr hat auch mein Sohn sein Mosaik-Abo. Nun wurden wir in einer Beilage des Heftes (Achtung: Marketing!) darauf hingewiesen, dass es nun auch eine iPhone-App für das Mosaik gibt.

Die iPhone-App fürs Mosaik

Man kann sich zeitgleich also die aktuelle Folge des Mosaiks mit den Abenteuern der Abrafaxe auf sein iPhone laden. Das kostet 1,59 €. Damit liegt der Audio-Comic 0,81 € unter dem Heft-Preis der Printausgabe. Mein Sohn ist absolut begeistert von der App und hört sich die Folgen immer wieder an. Und vergleicht dann meine Fähigkeiten als Vorleser mit denen auf der App.

Die ersten drei Folgen sind zum Antesten kostenlos, was ich jedem Papa bzw. jeder Mama mit iPhone nur empfehlen kann. Einfach mal die kostenlosen Mosaik-Folgen testen bei ihrem Kind. Und wenn es gefällt, entweder das Heft abonnieren oder ab und zu eine Folge fürs iPhone nachordern.

Die Mosaik-iPhone-App für die Abrafaxe

So schaut für mich zeitgemäßer Umgang eines Verlags mit den Möglichkeiten der virtuellen Welt aus. Der Mosaik-Verlag macht dort gerade verdammt viel verdammt richtig. Mein ehrliches Kompliment. Bitte weiter so. Ich bin begeistert!

Mehr dazu auch in einem langen Beitrag im VisualBlog, in dem ich auch auf die Comicbücher dazu und den großartigen Kinofilm mit Nena eingehe.